Gestaltansatz

G

Mein Zugang zur Gestalttherapie ist von Beginn an eine Verbindung von Gestaltpädagogik, Gestalttherapie und Vermittlung des Gestaltansatzes. Das entspricht auch meinen beiden Studiengängen in Pädagogik (Lehramtstudium) und Psychologiestudium. Seit 1974 beschäftige ich mich mit der Theorie und Praxis des Gestaltansatzes.

In der Betreuung von Legasthenikern und im Unterrichtkonnte ich den gestaltpädagogischen Ansatz (Confluent education) unter Einbeziehung der Spieltherapie nach Axline einbringen. Im Rahmen meines Pädagogik – und Psychologiestudiums von 1972 -1981) sammelte ich Erfahrungen in Themenzentrierter Interaktion, Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Familientherapie, Körpertherapie, Psychomotorik, Rollenspiel, Psychodrama und Gestalttherapie. Gestalttherapie fasziniert mich. Folglich machte ich von 1976 -1981 eine Gestaltausbildung am Fritz Perls Institut. Nach meinem Studium als Diplom Psychologe und abgeschlossener Gestalttherapieausbildung arbeitete ich im Kinder – und Jugendpsychiatrischen Bereich des Gesundheitsamtes Harburg (Hamburg) so konnte ich den Gestaltansatz in unterschiedlichen Bereichen anwenden, wie z.B. in der Schule, in der Kinder – und Jugendpsychiatrie, diversen Beratungsformen mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Familien und Paaren, in der Erwachsenen-Psychotherapie, Coaching und Supervision. Aus einer Reihe gestaltpädagogischer Weiterbildungen von 1979 -1985 am Institut für Lehrerfortbildung in Hamburg entstand eine Lehrerinitiative, die zunächst mit Hildegard Detzkies (ausgebildet am FPI und in Confluent Education bei George Brown in den USA) und mir eine gestaltpädagogische Ausbildung absolvierten.

Theoretische Grundlage der Gestaltpädagogik wurde eine Integration verschiedener Ansätze aus der klassischen Gestalttherapie, der Integrativen Agogik (Petzold), Confluent Education (G. Brown), Themenzentrierte Interaktion (TZI – R. Cohn) und andere Ansätzen der Humanistischen Psychologie.

Aus diesen gestaltpädagogischen Gruppen entstand das Hamburger Institut für gestaltorientierte Weiterbildung. Gestaltorientiert, weil wir zunächst kein reines Gestalttherapieinstitut waren. Ab 1987 entstand die erste Gestalttherapieausbildungsgruppe unter Leitung der Gestalttherapeuten Gustav Reißmann, Inge Matthies und Friedhelm Matthies. Im Rahmen der Theorievermittlung sind bei mir Widersprüche und Fragen aufgetaucht, die ich mit der vorhandenen Theorie der Gestalttherapie nicht oder nicht ausreichend beantworten konnte. Als Orientierung gilt für mich der theoretische Bezug zur Philosophie und Phänomenologie, wie sie von Lore Perls vertreten wurde: „Die Grundbegriffe sind eher philosophisch und ästhetisch als technisch. Gestalttherapie ist eine existentiell-phänomenologische Methode und als solche erfahrungsgegründet und experimentell“ (Perls, L. 1999,S.107).

Das führte mich zu Beginn der 1990 Jahren zu dem von den beiden Gestalttherapeuten Gerhard Risch und Hermann Gausebeck entdeckten Philosophen Hermann Schmitz in Kiel, der mir mit seiner Neuen Phänomenologie viele Antworten gab und viele Widersprüche auflösen konnte.

Das hat im Laufe der Zeit dazu geführt, dass ich die Phänomenologie von Husserl als Erkenntnismodell im Rahmen des Gestaltansatzes mehr und mehr verlassen habe und mich phänomenologisch auf neuere Ansätze von Thomas Fuchs, Gernot Böhme und besonders auf die Neue Phänomenologie von Hermann Schmitz beziehe.

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