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Friedhelm MatthiesSeit über 40 Jahren beschäftige ich mich mit der Theorie und Praxis des Gestaltansatzes. Neben der praktischen Anwendung in unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie der Schule,  Kinder – und Jugendpsychiatrie, diversen Beratungsformen mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Familien und Paaren, in der Psychotherapie, Coaching und Supervision, sind mir in der theoretischen Vermittlung des Gestaltansatzes Widersprüche und Fragen aufgetaucht, die ich mit den vorhandenen Darstellungen der Gestalttherapie nicht oder nicht ausreichend beantworten konnte.

Eine wesentliche theoretische Grundlage sieht Lore Perls in der phänomenologischen Methode. „Die Grundbegriffe sind eher philosophisch (…) und Gestalttherapie ist eine existentiell-phänomenologische Methode und als solche erfahrungsgegründet und experimentell „(Perls, L. 1989, S.107). Die Phänomenologie hat sich weiterentwickelt und neuere Ansätze wurden von Merleau-Ponty, Thomas Fuchs und Hermann Schmitz beschrieben. Besonders konkret und anwendungsbezogen hat sich für mich die Neue Phänomenologie gezeigt.

Dort fand ich viele Antworten für meine therapeutische Praxis und für die theoretische Darstellung der Gestalttherapie, zumal phänomenologisches und gestaltpsychologisches hier miteinander integriert sind. Sowohl das Regressive und das Emanzipatorische sind konzeptuell einbezogen wird. So kann der Ausspruch von Fritz Perls: „Loose your mind and come to your sense“ differenziert und ergänzt werden durch: First loose your mind and come to your sense and than loose your sense and come to your mind and take responsibility. Ich hatte das Glück über mehrere Jahre an einer „Supervisionsgruppe“ teilnehmen zu können, die von Hermann Schmitz geleitet wurde, in der Fragen zu konkreten Situationen mit Patienten unter Berücksichtigung von Theorie und Praxis besprochen wurden.

So konnte ich als Ausbilder und Leiter des Weterbildungsinstitutes für Gestaltorientierte Weiterbildung (HIGW) die Grundlagen der „alten“ Phänomenologie von Husserl mit Hilfe der Neuen Phänomenologie differenzieren und weiterentwickeln und auf gestalttherapeutische Prozesse anwenden. Der Prozess der Auseinandersetzung mit den schier unerschöpflichen Darstellungen von Hermann Schmitz, die für therapeutische Prozesse nützlich sind, ist allerdings nicht zu Ende. Da ich die Neue Phänomenologie für sehr wertvoll für pädagogische, beratende und therapeutische Prozesse halte, möchte das mit Euch teilen. Ich lade alle interessierten Therapeuten, Berater und Pädagogen ein, sich mit der Neuen Phänomenologie zu beschäftigen, um davon für sich selbst und die Arbeit zu profitieren.

Einleitung

Es ist eine Herausforderung sich auf die „Neue Phänomenologie“ einzulassen. Sie kann mit Verunsicherung verbunden sein. Bernstein (1983) nennt so etwas die „cartesianische Angst“. Sie tritt auf, wenn sich z. B. der Gestalttherapeut von Absolutheitsansprüchen und von der Sicherheit der eingeübten standardisierten Konzepten lossagt oder in Frage stellt. Diese Ängste oder Unsicherheit zu verarbeiten, stellt uns vor die Aufgabe vertraute Vorstellungen in Frage zu stellen und die Bereitschaft zur Veränderung. Sie können zur zwischenzeitlichen Verunsicherung oder auch zur Krise führen.

Der Lohn ist das Erreichen einer reiferen Stufe der Erkenntnis und therapeutischer Handlungsmöglichkeiten. Diese hält die Gestalttherapie als prozessorientierte und erfahrungsorientiertes Therapieverfahren lebendig. nach Bernstein R (1983) Beyond objectivism and relativism. Univ Phil Press, Philadelphia) – leicht verändert von Friedhelm Matthies

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