Zeiten des Wandels – auch in der Theorie des Gestaltansatzes?

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Vortrag: DVG- Tagung am 6.5.2016 in Pforzheim

1. Einführung

2. Wandel durch subjektive und objektive Tatsachen

  • Folgen des Wandels durch Reduktionismus
  • Objektive Ganzheit ist zweckdienlich
  • Subjektive Erfahrungen sind existentiell und ganzheitlich

3. Situationen sind die natürliche Einheit erlebter Ganzheit

  • Unmittelbares Betroffensein durch Eindrücke
  • Aus Ganzheit entwickelt sich Einzelheit
  • Ohne Situation gibt es kein Feld
  • Ohne Selbstzuschreibung gibt es keinen Kontakt

4. Der Leib ist das Medium der Wahrnehmung und Erfahrung von Subjektivität

  • Leibliche Kommunikation und antagonistische Einleibung
  • Gestalttherapie ohne Innenwelt

5. Im Prozess personaler Regression und personaler Emanzipation entwickelt sich die Persönlichkeit

  • Organismuskonzept vs. Situations- und Leibkonzept

 

1. Einführung

Zu Beginn ein Zitat von Fritz Perls:

Ein Lebewesen, das sein Leben zu vervollständigen sucht, strebt notwendig nach Wachstum –
F. Perls, 1979, S. 140

Diese Perspektive ist heute aus ganzheitlicher Sicht problematisch, wenn wir einen Bezug zum Tagungsthema „Gesundheit und Lebensqualität“ herstellen und den Umgang der Menschen mitden Ressourcen in ihren ökologischen Gegebenheit betrachten. So scheint es mir sinnvoller zusein, in der Gestalttherapie allgemein statt von Wachstum vom Wandel zu sprechen. Wenn Wandel im Rahmen der Theorie der Gestalttherapie stattfindet, braucht es eine Richtung, die sich auf die grundsätzlichen Werte und Haltungen der Gestalttherapie stützt und auch Verantwortung für Gesundheit und Wahrung der ökologischen Ressourcen einbezieht. Mein Bezug zum theoretischen Wandel zu den gestalttherapeutischen Werten soll Lore Perls Ausspruch sein, nämlich: „Die Grundbegriffe sind eher philosophisch (…) und Gestalttherapie ist eine existentiell-phänomenologische Methode und als solche erfahrungsgegründet und experimentell“ (Perls, L. 1989,S.107).

Um sich für theoretischen Wandel zu öffnen, ist es wichtig, über die alte Phänomenologie hinauszugehen. Hierzu liegt nun ein neuer bedeutender Ansatz mit dem System der Neuen Phänomenologievor, den Hermann Schmitz vor, seit 1964 entwickelt hat. Es ist eine Auseinandersetzung mit allen wesentlichen Philosophen seit Demokrit 500 v. Ch , so auch mit der „alten“ Phänomenologievon Husserl, Heidegger und Merleau-Ponty. Die Neue Phänomenologie ist das Ergebnis dieser Auseinandersetzungen. Seine anwendungsorientierte Philosophie hat er seit ca. 30 Jahren durch Supervisison mit Psychotherapeuten, Psychiatern und anderen Berufsgruppen auf Praxisrelevanz erfolgreich erprobt, wie ich es selbst durch Teilnahme am eigenen Leibe erfahren konnte. In diesem Zusammenhang habe ich festgestellt, dass die Neue Phänomenologie zu einem Wandel und einer Fundierung der Theorie des Gestaltansatzes beitragen kann.

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