Bedeutung von Situation und leiblicher Kommunikation

B

Dach-Gestalttagung am 28.05.2017 in Basel, Schweiz.

Tell me and I forget
Teach me and I may remember,
Involve me and I learn
(Benjamin Franklin)

Bedeutung von Situation und leiblicher Kommunikation für ein (neu) phänomenologisch orientiertes Kontaktprozessmodell.
-Mit welchen Theorien fundieren wir unsere Kernkompetenz-

Die Frage dieser Tagung richtet die Aufmerksamkeit auf die Kernkompetenzen der Gestalttherapie. Die Frage, die ich mir gestellt habe ist, wie fundieren wir die Kernkompetenzen theoretisch. In der Praxis werden unendlich viele Methoden und Techniken angewendet. Lore Perls sagt in einem Interview: Man kann alles nutzen. Die Hauptsache, es ist existentiell und experimentell.

Verschiedene Gestalttherapie-Denker betonen die Notwendigkeit von relationalen Aspekten ihrer Perspektive, um sich von der individualistischerenKonzeption der Gestalttherapie zu unterscheiden, die im Sinne von Perls‘ späterer Arbeit und im Geiste der 1960er Jahre entwickelt wurde. Dazu gehören u.a. Wheeler, 2000; Zinker, Yontef, 2001; 2002; 2009;Staemmler, 2009; 2010; Spagnuolo Lobb, 2013a; u.a, Ich meine, Theorien brauchen Entwicklung oder werden zu einer fixierten Gestalt.

1. Theoretischer Kern der Gestalttherapie

Die allgemeinste theoretische Grundlage der Gestalttherapie bildet fürmich eine Aussage von Lore Perls:

Die Grundbegriffe der Gestalttherapie sind eher philosophisch und ästhetisch als technisch. Gestalttherapie ist eine existentiell-phänomenologische Methode und als solche erfahrungsgegründet und experimentell. (L. Perls, 1985 )

Für die Gestalttheorie gilt daher das Primat des Phänomenalen: Das bedeutet,das die Erlebniswelt des Menschen, so wie sie sich darbietet, alseinzige unmittelbar gegebene Wirklichkeit anzuerkennen und ernst zunehmen ist. Das ist nicht nur eine Grundauffassung der Phänomenologie sondern auch der Gestalttheorie, die ebenso ein Grundpfeiler der Gestalttherapie ist.

Der bisherige theoretische phänomenologische Blickwinkel in der Gestalttherapiebezieht sich überwiegend auf Husserl und zum Teil auch auf Merleau-Ponty. Der Blickwinkel der Neuen Phänomenologie vonHermann Schmitz wird in der Gestalttherapie von Francesetti 2015, Zielke 2016, und Matthies 2013 eingeführt. Hermann Schmitz hat seit 1964 die Phänomenologie von Husserl, Heideggerund Merleau-Ponty in bisher 55 Büchern weiterentwickelt und zum Teil neu entworfen. Im Unterschied zu den „alten“ Phänomenologen hat Schmitz mit der Neuen Phänomenologie ein umfassendes philosophisches System für die praktische Anwendung geschaffen. Sie findet deshalb in immer mehr Bereichen Einfluss, u.a. in Medizin, Psychotherapie, Pädagogik, Organisationsberatung, Supervision, Pflege, wie auch in der Soziologie.

Mein Anliegen

Mein Anliegen ist es, herauszufinden und darzustellen in welcher Weise die theoretischen und praktischen Vorstellungen der Neuen Phänomenologie die Theorie und Praxis der Gestalttherapie ergänzen, differenzieren, theoretische Lücken füllen oder auch ersetzen können.

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